AKW-Rückbau kostet Milliarden
28.09.2011, Der Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke wird die Betreiber mindestens 18 Milliarden Euro kosten. Das ergibt eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL), aus der das Handelsblatt exklusiv zitiert. Demnach müssen die AKW-Betreiber für die 17 im Zuge der Energiewende stillzulegenden Atomkraftwerke mit einer Spanne von 670 Millionen Euro bis 1,2 Milliarden Euro je Anlage rechnen. 150 bis 250 Millionen Euro je Anlage kostet allein das Abklingen der Brennelemente in den ersten fünf bis sieben Jahren, da die Anlagen weiter mit fast der gesamten Belegschaft betrieben werden müssen.Finanziert wird der Rückbau durch die Kraftwerksbetreiber selbst, die dafür während des Betriebs Rücklagen gebildet haben. Diese Rücklagen sind in der Vergangenheit teilweise heftig kritisiert worden. So hat der Bundesrechnungshof im Frühjahr mangelnde Transparenz der Rücklagen moniert. Keine staatliche Stelle könne die Höhe der Rücklagen fachlich beurteilen und damit feststellen, ob sie ausreichend sind. Auch das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft hatte in einer Studie zu den versteckten Subventionen die Rücklagen für den Rückbau kritisiert, da sowohl die Rücklagen als auch die Kapitalerträge daraus steuerfrei sind.
Bei der nun vorliegenden Studie handelt es sich allerdings nur um eine Schätzung. Die bisherigen Erfahrungen im Geschäft mit dem Rückbau von Atomkraftwerken lassen wesentlich höhere Summen erwarten. So zieht sich der Rückbau der DDR-Atomktraftwerke Greifswald und Rheinsberg seit Jahren hin und hat die kalkulierten Kosten um ein mehrfaches überstiegen. Sollten die Rücklagen der AKW-Betreiber nicht ausreichen, springt der Bund als Ausfallbürge ein. Und auch die Kosten für die Endlagerung sind praktisch unkalkulierbar, denn beim Rückbau eines Atomkraftwerkes fallen tausende Tonnen radioaktiven Materials ein. Die langlebigsten Elemente müssen hunderttausende Jahre endgelagert werden, wofür auch in tausenden von Jahren noch Kosten entstehen, so genannte Ewigkeitskosten, die die Lebensdauer eines Atomkraftwerksbetreibers übersteigen dürften.
Jetzt vergleichen:
Weitere News zum Thema
- E.on-Strom wird teurer: Plus sieben Prozent ab Juni
- Die App zum Wechsel: "Ökostrom für Alle" bietet erste Gratis-App für Stromversorgerwechsel an
- Kostenlose Stromtankstellen für Elektroautos im Raum Frankfurt
- EnBW bekommt neuen Vorstandschef
- Solarkürzung vorerst vom Bundesrat gestoppt – Widerstand auch auch aus CDU-geführten Ländern
