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Erstes Wasserstoff-Hybridkraftwerk Deutschlands in Prenzlau ans Netz gegangen

26.10.2011, Gestern ist im brandenburgischen Prenzlau das weltweit erste Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Betrieb gegangen. Im Beisein von Brandenburgs Ministerpräsident Mathias Platzeck ging die Anlage, in der die Energiequellen Wind, Wasserstoff und Biogas vernetzt werden können, ans Netz. Die Anlage könnte ein Beitrag zur Lösung eines der größten Probleme erneuerbarer Energien sein, da sie den vom Aufkommen her schwankenden Windstrom zu einer verlässlichen Energiequelle macht.

So geht überschüssige Windenergie nicht verloren, sondern wird zur Gewinnung von Wasserstoff genutzt, der speicherbar ist. Wenn dagegen Flaute herrscht, kann ein ebenfalls vorhandenes Biogaskraftwerk den Mangel ausgleichen. Aus dem gespeicherten Wasserstoff kann ebenfalls Strom erzeugt werden. Er soll aber auch in Wasserstofftankstellen der Firma Total in Berlin und Hamburg zum Einsatz kommen.

Zur Errichtung des Kraftwerks hatte sich die örtliche Windkraftfirma Enertrag mit Größen wie Total, Vattenfall und der Deutschen Bahn zusammengetan. Letztere investierte hier vor allem, weil sie das Kraftwerk als Klimaschutzprojekt betrachtet, das mit Kundengeldern aus ökologischen Reiseangeboten der Bahn finanziert wird.

Ministerpräsident Platzeck sieht in dem Kraftwerk einen innovativer, umsetzbarer und wirtschaftlicher Beitrag zu mehr Klimafreundlichkeit. „Mit dieser weltweit ersten Anlage gelingt es, die schwankende Windenergie in eine verlässliche Größe umzuwandeln, damit sie langfristig als planbare Energie für Strom, Wärme und Mobilität eingesetzt werden kann. Wir haben es mit einem Quantensprung in der modernen Speichertechnologie zu tun“, sagte Platzeck. Der Grundstein für das Hybridkraftwerk war 2009 von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelegt worden, die selbst aus der Uckermark stammt. Damals hatte sie ebenfalls die Pionierrolle des Kraftwerks gewürdigt: „Von diesem neuen Typ Kraftwerk werden viele etwas lernen.“

Mit 6 Megawatt Leistung ist das Kraftwerk im Vergleich zu konventionellen Anlagen sehr klein. Doch soll die Anlage weiterentwickelt werden, unter anderem in Kooperation mit Hochschulen der Region. So könnten dann entweder größere Anlagen oder viele solcher kleinen Anlagen installiert werden.

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