Geht ein Alt-AKW wieder ans Netz?
13.07.2011,Geht ein bereits stillgelegtes Alt-AKW im Winter doch wieder ans Netz? Es würde den Atomausstieg ziemlich auf den Kopf stellen, doch offenbar erwägt die Bundesnetzagentur genau diesen Schritt. Wie die Süddeutsche Zeitung gestern online berichtete, soll eines der bereits stillgelegten Atomkraftwerke nun doch als Kaltreserve am Netz bleiben, um einen möglichen Stromausfall in den beiden kommenden Wintern zu verhindern. Es handele sich dabei wohl um ein Kraftwerk in Süddeutschland, wo zu wenig andere Kapazitäten vorhanden sind, um die Netze gegebenenfalls stabil zu halten. „Die Zahlen, die uns bislang vorliegen, sprechen eher dafür, dass wir eines dieser Kernkraftwerke benötigen", sagte Netzagentur-Chef Matthias Kurth nach Angaben von sueddeutsche.de bei einer Konferenz in Berlin. "Die vielbeschworene fossile Kaltreserve hat sich bislang nicht als tragfähige Option entpuppt.“
Bis August soll nun eine Entscheidung fallen, ob und, wenn ja, welches AKW wieder ans Netz geht. Die Maßnahme wäre beschränkt auf die nächsten beiden Winter, da danach nach Meinung der Bundesnetzagentur genügend neue Kohle- und Gaskapazitäten zur Verfügung stünden. In Frage steht jedoch auch, ob ein AKW überhaupt wirtschaftlich als KAltreserve betrieben werden kann. Vor einem Wiederanfahren müssen vermutlich erhebliche Investitionen in neue Sicherheitsstandards erfolgen, ohne dass der BEtreiber mit festen Einnahmen aus dem Betrieb rechnen kann. Die Kosten müssten folglich vermutlich die Stromkunden über die so genannte Netzumlage zahlen.
Jetzt vergleichen:
Weitere News zum Thema
- E.on-Strom wird teurer: Plus sieben Prozent ab Juni
- Die App zum Wechsel: "Ökostrom für Alle" bietet erste Gratis-App für Stromversorgerwechsel an
- Kostenlose Stromtankstellen für Elektroautos im Raum Frankfurt
- EnBW bekommt neuen Vorstandschef
- Solarkürzung vorerst vom Bundesrat gestoppt – Widerstand auch auch aus CDU-geführten Ländern
