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Netzagentur erwägt AKW Philippsburg als Kaltreserve

24.08.2011, Die Bundesnetzagentur erwägt offenbar, das baden-württembergische Atomkraftwerk Philippsburg 1 als so genannte Kaltreserve zu nutzen. Das geht aus einem Schreiben des Präsidenten der Bundesnetzagentur Matthias Kurth an den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller hervor, aus dem die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute zitiert. Darin fordert Kurth die grün-rote Landesregierung Baden-Württembergs auf, verbindliche Zusagen für ein Reservekraftwerk in Baden-Württemberg zu machen. Zwar käme auch Block 3 des mit Steinkohle betriebenen Großkraftwerks Mannheim (GKM) als Reserve in Frage, doch lägen hierfür bisher nicht die nötigen Genehmigungen vor.

Die Bundesnetzagentur ist derzeit mit den Planungen für die Bewältigung möglicher Stromknappheiten in Süddeutschland während des kommenden Winters befasst. Durch die in der Energiewende festgelegten Abschaltungen von acht Atomkraftwerken könnte es vor allem dort zu Engpässen kommen, weshalb Reservekapazitäten benötigt werden. Dazu kommen nun offenbar die beiden Kraftwerksblöcke in Frage; Block 3 des GKM hat eine Kapazität von 220 Megawatt, Philippsburg 1, das seit 1979 am Netz ist und zu den acht vom Moratorium der Bundesregierung betroffenen Meilern gehört, kann bei Vollast 890 Megawatt Leistung erzeugen.

Mit dem Schreiben stürzt die Bundesnetzagentur die grün-rote Landesregierung in ein Dilemma. Sie muss nun entscheiden, ob das Kernkraftwerk Philippsburg oder das GKM als Reserve weiterlaufen sollten. An einem Weiterbetrieb des Atommeilers können sowohl Grüne als auch SPD als ausgewiesene Anti-Atom-Parteien kein Interesse haben, das GKM gehört demgegenüber zu den 10 größten CO2-Emittenten der Bundesrepublik - aus Sicht der Grünen eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

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