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Plan gegen Stromausfälle: Netzagentur fahndet nach Kraftwerksreserven

06.07.2011, Die Bundesnetzagentur fahndet derzeit nach allen verfügbaren Kraftwerksreserven, um gegen Stromausfälle nach der diesjährigen Abschaltung von acht Atomkraftwerken gewappnet zu sein. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Eine Sprecherin der Behörde habe Hinweise aus der Energiewirtschaft bestätigt, wonach die Behörde seit Juni Schreiben versende, in denen die Kraftwerksbetreiber aufgefordert würden, sämtliche Generatoren zu melden, auch solche mit einer Leistung ab 20 Megawatt. Bisher wurden Daten über Kraftwerke unter 100 Megawatt Leistung nicht automatisch erhoben. „Nach dem Moratorium für Kernkraftwerke wollen wir die Reserven erfassen“, hieß es von Seiten der Behörde. In dem Bericht hieß es weiter, auch bereits stillgelegte Kraftwerke, für die noch Betriebsgenehmigungen vorlägen, sollten erfasst werden, um auch diese im Fall der Fälle wieder ans Netz bringen zu können.

Die Belastungen für das Hochspannungsnetz sind seit dem Abschalten der acht Atomanlagen Mitte März gestiegen. Derzeit greifen die Netzbetreiber beinahe täglich in die Netze ein, etwa durch Hochfahren oder Abschalten von Anlagen, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Solche Netzeingriffe seien von der Ausnahme zum Normalfall geworden, so die FTD. Im Sommer ist nach herrschender Meinung die Lage weitgehend beherrschbar. Schwieriger könnte es an windstillen Wintertagen werden, wenn auch wenig Sonnenstrom eingespeist wird. Die sich derzeit im Bau befindlichen Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt entsprechen zwar in etwa der Leistung der abgeschalteten Atomanlagen, doch sind die meisten im kommenden Winter noch nicht fertiggestellt.

Die Pläne der Bundesregierung, ein Atomkraftwerk in so genannter Kaltreserve zu halten, stoßen dennoch bei der Energiewirtschaft auf Ablehnung. EnBW-Chef Hans-Peter Villis erklärte: „Es ist sehr teuer, die Kaltreserve in Form eines Kernkraftwerks bereitzuhalten“, weil dafür ständig ein Team in Bereitschaft gehalten werden müsse. So sprechen wirtschaftliche Erwägungen eher gegen eine AKW-Kaltreserve und auch gegen die Wiederinbetriebnahme alter Anlagen. Diese seien wegen geringerer Wirkungsgrade und daraus folgenden höheren Kosten für Brennstoffe und Klimarechte unwirtschaftlicher als Strom zu importieren.



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