Unabhängige Ökostromanbieter kritisieren „Greenwashing“ - Praxis bei Ökostrom
11.11.2011, Die vier unabhängigen deutschen Ökostromanbieter haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Bundesregierung kritisiert und ihr "Verbrauchertäuschung" vorgeworfen.Bemängelt wird, dass mit der neuen Stromkennzeichnung es Anbietern von Atom- und Kohlekraft möglich sei, den Eindruck zu erwecken, dass sie Ökostrom liefern, obwohl sie das faktisch nicht tun. Dies werde durch die jüngste Novellierung der Regelung zur Stromkennzeichnung möglich.
Anbieter, die ausschließlich Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken kaufen, könnten den Kunden suggerieren, sie würden teilweise auch mit Ökostrom versorgt. Auch wenn keine einzige Kilowattstunde geliefert werde, kann ein EEG-Anteil als Quote auf der Rechnung und in den Werbematerialien erscheinen. Je nach Anbieter kann dieser „Greenwashing-Anteil“ derzeit bis zu 20 Prozent des Strommixes ausmachen.
Greenpeace Energie, Lichtblick, Naturstrom und EWS schlagen alternativ vor, mit einem ehrlichen
Satz auf der Rechnung das Engagement des Kunden zu würdigen. Dieser Satz könnte folgendermaßen lauten:
"Durch die Zahlung der EEG-Umlage in Höhe von 3,53 Cent pro Kilowattstunde haben Sie 2011 unabhängig von Ihrem Stromanbieter zum deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland beigetragen."
Die vier Ökostromanbieter forderten, die entsprechende Regelung im Energiewirtschaftsgesetz wieder rückgängig zu machen.
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